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(SL - Team-Outdoor-Sport) |
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Gefährden schwarze Recycling-Füllstoffe aus Autoreifen die Gesundheit der Nutzer von Kunstrasenplätzen ?
Kunstrasenbeläge werden nicht nur mit Quarzsand verfüllt, sondern auch mit Gummigranulaten, die, sofern z.B. als EPDM-Granulat (zumeist grün) hergestellt, in der Regel unbedenklich sind. Besonders auf Umsatz bedachte Anbieter preisen aber auch schwarze oder graue Recycling-Granulate als Füllstoff an, die nicht unerheblich billiger sind. Man will ja den Teppich verkaufen und weniger den von einer anderen Firma hergestellten Gummifüllstoff.
Sie legen sogar DIN-Prüfzeugnisse zu den Umweltbelangen vor, verschweigen aber, dass wichtige Prüfungen für die Unbedenklichkeit der Füllstoffe in DIN V 18035, Teil 7 gar nicht enthalten sind. Für Ökotoxikologische Messparameter der Gummigranulate zur Verfüllung der Polschicht wurden in der Norm keine Anforderungen gestellt. Hingewiesen wird in einem Kommentar zu den Umwelteigenschaften (Dr. sc.nat Hans Theodor Grunder, Berlin) aber immerhin auf die mögliche Toxität von Reifegummirecyclaten und Recyclaten von technischen Gummis. Gefordert wird eine strengere Auswahl von Recyclaten. Reicht das ? Wer soll diese Auswahl treffen und überwachen ? Hat der Kommentarverfasser schon einmal das Lagerchaos in einem "Altreifen-Schnetzel-Betrieb" gesehen ?
Auswahl aus welchen Haufen ? Hinweise auf lungengängige Stäube mit Krebs erregenden Kohlenwasserstoffen findet man in der "Kunstrasennorm" leider nicht.
Unter Hinweis auf die im Schnellgang gestrickte Norm darauf zu vertrauen, dass es dann das Problem ja auch gar nicht gegen kann, ist fahrlässig. Maßgebende Regelungen finden sich im Chemikaliengesetzt, in der Gefahrstoffverordnung und in den Regeln für Gefahrstoffe. Verfolgt und geahndet werden Verstöße durch den Staatsanwalt und Gerichte unter Bezug auf das Umweltstrafrecht und das Strafgesetzbuch. Völlig unverständlich ist es, dass solche Bauweisen bzw. Füllstoffe auch noch mit öffentlichen Geldern gefördert werden, weil sie ja billiger sind. Kritische, aber billigere SBR - Füllstoffe und damit
lungengängige toxische Feinstäube zur Erhöhung des Aufforderungscharakters einer Sportfläche einzusetzen, für die Jugendarbeit und im Sinne von "Gesundheit durch Sport" ist verantwortungs- und gewissenlos. Es ist schlimm, dass Vereinsvorsitzende, schlecht informierte Bauämter und Politiker das zulassen. Verkauft und aufgebracht wird das Granulat dann auch noch in besonders feiner Körnung. Toll für einen schnelleren Abrieb, das Zusetzen der Sandlage und mehr Feinstaub ! Man gönnt sich ja sonst nichts. Nicht nur das ARD-Magazin "Kontraste" hat auf die hohen Konzentrationen an Krebs erregenden Kohlenwasserstoffen in Autoreifen hingewiesen. "Die Richtwerte würden um ein Vielfaches überschritten, so eine Mitarbeiterin des Umweltbundesamts. Sie bestätigte einen Bericht des ARD-Magazins "Kontraste".
Beim Abrieb der Reifen auf der Straße bestehe die Gefahr, dass sich Partikel lösten. Es sei nicht auszuschließen, dass die Krebs erregenden Stoffe "in den Körper übergehen und sich in der Lunge festsetzen." Was passiert denn dann mit dem kritischen Granulat als Abschlussfüller im Kunstrasenbelag , insbesondere bei trockener Oberfläche und nach und nach zunehmendem Abrieb durch die Sportnutzung, UV-Licht etc. ? Lungengängige Feinststäube mit dem Seveso-Gift waren zurückliegend schon einmal bei Tennenflächen ein sehr schädliches und teures Problem. Soll dass wissentlich in ähnlicher Form wiederholt werden ? „Gesundheit durch Sport“ oder „Krebs durch Sport auf schwarzen Recycling-Granulaten“ ? Weitere Informationen: 19.08.05
Große Beachtung hat eine Studie der schwedischen Kemikalieninspektionen gefunden. Nach dieser kann die Benutzung von Kunstrasenplätzen zu Gesundheitsgefährdungen führen. Insbesondere die schwarzen Gummikügelchen, die wegen ihrer stoßdämpfenden Wirkung als Füllmaterial dienen, enthalten krebserregende Stoffe. ´Wenn man diese verschluckt, kann es wirklich gefährlich werden´, warnte Behördensprecherin Christina Rundin Snöbohm in Sport-Expressen.
Ganz aktuell: ALMELO, Niederlande, October 31 /PRNewswire/ -- Die niederländische Zeitung De Telegraaf veröffentlichte am Sonntag, den 30. Oktober einen Artikel über umweltschädliche Aspekte der Verwendung von Gummireifenmaterial für Füllzwecke. Im "Weissbuch Kunststoffrasen im Fußball" äußert sich die Initiative WM-Rasen unter Bezug auf UEFA-Forderungen zum gegebenen Problem: „ Mit dem Einfluss der hohen Temperaturen auf die Gesundheit der Spieler und Zuschauer haben sich die Verantwortlichen bisher ebenso wenig beschäftigt wie mit den gesundheitlichen Folgen durch das Einatmen des Gummigranulatstaubs. 4.4 Umwelt und Sicherheit Die Hersteller und Käufer von Kunststoffrasen sind verpflichtet, sich an alle
geltenden lokalen Sicherheits- und Umweltvorschriften zu halten. Dieses gilt für
den Bau, die Nutzung, den Betrieb und die Entsorgung des Belages und der
verschiedenen Schichten des Platzes. Nach den Vorstellungen der UEFA beantragt der Käufer die notwendigen Bescheinigungen und wird hierbei vom Hersteller unterstützt. Zur Elastizität eines Kunststoffrasenplatzes werden bis zu 25 kg Gummigranulat pro m2 eingestreut – bei einer Gesamtfläche von 7.500 m2 wären das 187,5 t.
Dabei kann zwischen zwei Arten von Granulat ausgewählt werden: SBR-Granulat,ein Recycling-Produkt aus Fahrzeugreifen oder Industrieabfällen (Dichtungen,
Manschetten etc.), oder EPDM-Granulat, das extra für Sportanlagen hergestellt wird.
Aufgrund der großen Preisdifferenz (EPDM-Granulat kostet etwa 1.000 EUR/t, SBR-Granulat hingegen nur etwas 160 EUR/t) wird meist das Recycling-Granulat verwendet. Die UEFA bemerkt hierzu: • Recyceltes Gummigranulat bietet keine Garantie bezüglich
einer konstanten Qualität (z.B. Verhärtung unter UV-
Strahlung) • variiert stark in Bezug auf die enthaltenen Schadstoffe,
• entspricht dadurch nicht immer den nationalen Umwelt-
vorschriften • kann das Grundwasser durch Zink, Cadmium, Blei, Queck-
silber und und andere Schadstoffe gefährden.
Der Einsatz von SBR-Granulat in großen Mengen stellt damit eine Bedrohung für das Oberflächenwässer und das Trinkwasser dar, da durch die Bewässerung des
Platzes vor jedem Spiel Schadstoffe aus dem
Gummigranulat geschwemmt werden und im Grundwasser versickern können.
Die umfangreiche Bewässerung dient der Verbesserung der Spieleigenschaften, der Verminderung des Verletzungsrisikos und – im Sommer – der Kühlung des Platzes. Sie beugt auch der Feinstaubbildung vor. In Berlin ist man den internationalen Verbänden bereits einen Schritt voraus: Der Berliner Fußball-Verband hat unlängst das schwarze Recycling-Gummigranulat verboten, da die Hersteller keine Garantie in Bezug auf die Inhaltsstoffe abgeben
wollten und damit Ausgasungen sowie Auswaschungen befürchtet werden mussten.“ Gleiches gilt für toxische Feinstäube. Nochmaliger wichtiger Hinweis: Die Rede ist in den o.g. Berichten ausschließlich von Recycling-Gummi (SBR-Granulat) aus alten Autoreifen ( in der Regel schwarz und deutlich am Geruch erkennbar), Abfällen technischer Gummis, wie sie für Schläuche, Dichtungen usw. verwendet werden sowie zur Tarnung mit Farbpigmenten und PUR-Masse umhüllten Recyclinggummigranulaten. Recyclate wurden hergestellt für andere Einsatzzwecke. Es ist daher nahezu ausgeschlossen, eine bestimmte Qualität mit gleich bleibenden Eigenschaften zu erhalten. Die Ausführungen und Warnungen beziehen sich nicht auf frisch hergestellte EPDM-Granulate, bei den die Rezeptur nachvollzogen, überprüft und gewährleistet werden kann und damit auch die Einhaltung der gestellten spezifischen Anforderungen. Kritische Granulate mindern leider den Ruf von Kunstrasenbelägen und deren Verwendung im Sportplatzbau. Das ist nicht angebracht, da es Kunstrasenbeläge und -Systeme mit hervorragenden sportfunktionellen Eigenschaften gibt, die die Vereinsanlagen entlasten und für die Nachwuchsförderung hervorragend geeignet sind.
Verletzungen und Beeinträchtigungen der Sportler wirken solche Systeme entgegen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es im In- und Ausland verantwortungsbewusste Hersteller von Gummifüllstoffen gibt, die in der Lage sind, den Kunstrasenherstellern und –Verlegern einwandfreie Granulate zu liefern. Ende August erschien in PlasTicker-News ein Hinweis auf das u.U. mögliche Verfahren einer dänischen Firma, Granulat aus alten Autoreifen in einem sogenannten Nomanipulationsprozess mit CO2 zu waschen ("Super Rubber").
Gelingt dieses Verfahren, wäre die Wiederverwendung von Gummi aus Altreifen im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes denkbar.
Der Inhalt an so genannten PAHs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) darf aber nicht nur reduziert werden, sondern muss völlig beseitigt werden. Zur Zeit führt der harte Preiskampf aber leider bereits im Vorfeld der Planung eines Kunstrasenplatzes bei einigen (nicht unbekannten) Firmen (Made in Germany) zu verantwortungslosen Beratungen der Vereine und weniger fachkundiger Bauherrn, mit dem Ziel, die kritischen aber billigeren Granulate einbauen zu lassen. Wir sind weit gekommen, wenn solche Machenschaften im Rahmen der Vereinsberatung mancher (nicht aller) Sportbünde mit wasserkopfartig aufgeblähten Abteilungen ihren Vereinen nicht vermitteln können, in welche Situation sie durch Beauftragung solcher Granulate Nutzer und Zuschauer bringen.
Es wird sich bei den "Fachfirmen" doch wohl nicht um Sponsoren z.B. mancher Landessportbünde handeln ? Entschuldigung das kann nicht sein ! Und wenn’s nun doch passiert ist ?
- Platz vor der Nutzung und u.U. an heißen Tagen auch in der Spielpause anfeuchten und Stäube verhindern
- Granulat prüfen oder Prüfzeugnisse nachvollziehen (Prüfung gem. DIN V 18035, Teil 7 reicht nicht und ist
kein ausreichender Prüfnachweis!)
- Kein Granulat in den Mund nehmen oder mit nach Hause nehmen als Streu für Kleintiere (alles schon
passiert).
- Kritisches Granulat unter Hinweis auf unsere Umweltgesetze ausbauen lassen und durch unproble-
matische EPDM-Granulate ersetzen lassen.
Wenn Aufforderungen zum Ersatz fruchtlos bleiben, Auftragnehmer anzeigen. Diplom-Ingenieur S. Lukowski hat zu dem Problem bereits auf einem Seminar des Bundesinstitutes für Sportwissenschaft/Deutscher Sportbund im März 2004 Stellung genommen. Weitere Hinweise unter www.SL-plan.de Dipl.-Ing. S. Lukowski Sachverständigenleistungen im Sportplatzbau
siehe auch SL- Team-Outdoor-Sport
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Autor: malu
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Artikel
vom 02.11.2005, 10:49 Uhr
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Dettmar Cramer Der Dettmar Cramer hat doch nur den Schwarzen im Senegal beigebracht, wie man Kakteen umdribbelt. - Hier ist der Kollege Merkel schlecht in Geographie: Im Senegal gibt es gar keine Kakteen.
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