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(SL - Team-Outdoor-Sport) |
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Ist Darmstadt eine sportfreundliche Stadt?
Das Darmstädter Echo berichtete am 11. November u. a. über die Ergebnisse einer Datenermittlung mit Bürgerbefragung zur Sportentwicklung in Darmstadt. Eine dreißigköpfige Planungsgruppe soll aus diesen Daten bis Mai 2007 Empfehlungen und Vorschläge für die zukünftige Sportstättenentwicklung in Darmstadt erarbeiten. 60 % der Befragten stufen Darmstadt als eine „sport- und bewegungsfreundliche Stadt“ ein. Ca. 70 % der Bevölkerung sind angeblich „zumindest einmal in der Woche aktiv“. Sport und Bewegung betreibt man nach den Ergebnissen der Befragung allerdings mehr in so genannten informellen Sporträumen Wald, Feld und Flur (30,9%) sowie auf Straßen und öffentlichen Plätzen (14,6 %). Nur 3,7 % (vorwiegend Männer) betreiben in Darmstadt Sport auf Sportplätzen, obwohl sogar ca. 37 % Mitglieder in Sportvereinen sind. Lediglich 22 % halten den baulichen Zustand der Sportanlagen für ansprechend bis sehr gut. Nach Angaben des die Studie begleitenden Planungsbüros "....der schlechteste Wert, den wir bisher in Verhaltensstudien gefunden haben". Hinsichtlich der erforderlichen Verbesserung der Sportinfrastruktur werden die Sanierung der Bäder und die Sanierung der Sportplätze ganz oben genannt. Erwünscht sind „starke Freizeitangebote in den Vereinen, Freizeitsportveranstaltungen, aber auch Großveranstaltungen im Wettkampfsport“. Die Bedeutung der Sportvereine wird u. a. insbesondere in der Kinder- und Jugendbetreuung gesehen (82,7 %) sowie in der Integration (69,3 %). Schwerpunkte sollen in Zukunft sein: Ausbau der Jugendarbeit (92%), gesundheitsorientierte Angebote (87,2 %), Angebote für Senioren (76 %). Für weniger Vereinsfusionen sprechen sich 20,2 % der Befragten aus. Leitthemen im Rahmen der weiteren Beratungen sollen sein: - die Öffnung von Sportstätten - die Öffnung und Umgestaltung von Pausenhöfen, - offene Sport- und Bewegungsräume sowie - die bedarfsgerechte Sanierung bestehender Sporthallen und Sportplätze. Die IAKS (Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen e.V.) kommt im Rahmen der Auswertung bundesweiter Erhebungen ebenfalls zu dem Ergebnis, „dass die quantitative Bedarfsdeckung nicht mehr zu den Hauptaufgaben der Infrastrukturpolitik gehört. Die neuen Herausforderungen liegen eindeutig im qualitativen Bereich.“ Bestandssicherung und eine zukunftsgerechte Umgestaltung vorhandener Sportanlagen ist wichtiger als der Neubau von Anlagen. Wir benötigen bundesweit und auch in Darmstadt insbesondere familiengerechte Anlagen.
In Darmstadt sind u. a. die vor mehr als 30 Jahren geplanten und gebauten Sportanlagen im Bürgerpark Nord in ihrem jetzigen Zustand nicht mehr zukunftsgerecht. Warum wurde in 2005 eine Leichtathletik-Wettkampfanlage mit 8 Einzelrundbahnen (Wettkampfanlage Typ A für nationale und internationale Wettkämpfe) teuer saniert obwohl u. a. die zugehörige Gebäudestruktur kaum dazu führen wird, dass hier internationale Leichtathletikwettkämpfe stattfinden. Der direkt angrenzende Nachbar DLV e. V. (Deutscher Leichtathletik-Verband e. V.) trägt dazu leider auch nicht bei. Nach wie vor werden Bundesjugendspiele und kleinere Einzelwettkämpfe im Rahmen der leichtathletischen Nutzung in der Wettkampfanlage im Vordergrund stehen. Dazu benötigt man keine Kampfbahn Typ A.
Der Rückbau z.B. in eine Sportanlage Typ B und die Nutzung der freigewordenen Flächen für Freizeitsportarten, wäre sicher bedarfs- und zukunftsgerechter gewesen. Leider kann auch das vor wenigen Jahren mit hoher finanzieller Unterstützung der Stadt gebaute HEAG-Stadion nicht als „sportlerfreundlich“ bewertet werden, wenn der Kunstrasenbelag der beiden Fußballplätze krebserregende Stoffe enthält, die über Feinstäube die Lunge erreichen können. Jugendarbeit darf auf solchen Materialien nicht zugelassen werden (siehe auch die Berichte über PAH-belastete, gesundheitsschädliche Recyclinggranulate hier in Freestyle24 und unter www.SL-plan.de). Die verantwortlichen Funktionsträger/Ämter der Stadt haben auf entsprechende Hinweise leider nicht reagiert. Die städtischen und vereinseigenen Sportplätze der Stadt Darmstadt müssen „sportlerfreundlicher“ werden. Training und Wettkampf müssen auf ihnen genauso ohne Gefährdung der Gesundheit möglich sein, wie Erholung, Geselligkeit und Kommunikation. Benötigt werden qualitativ bessere und familiengerechte Sportanlagen mit Aufforderungscharakter, die den Sport- und Freizeitbedürfnissen der unterschiedlichen Nutzergruppen besser entsprechen. www.SL-plan.de
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Autor: malu
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Artikel
vom 21.11.2006, 12:54 Uhr
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